Zwischen Tuning und Tempo: Wenn Fahrspaß zum Risiko wird

Chrom, Leistung, Leidenschaft: Auf der Tuning World dreht sich alles um das Auto als Ausdruck von Persönlichkeit. Für viele ist das Auto mehr als Fortbewegung; es steht für Action, Status und Fahrgefühl. Doch genau hier beginnt ein Spannungsfeld, das sich auch auf der Straße zeigt. Denn aktuelle Zahlen aus Baden-Württemberg machen deutlich, dass dort, wo Emotion und Geschwindigkeit zusammentreffen, oft auch das Risiko steigt. Besonders bei Alkohol, Geschwindigkeit und riskanten Fahrmanövern sind Männer überproportional beteiligt. Das wirft Fragen nach Risikoverhalten und gezielter Prävention auf.
07. Mai 2026
Team Vision Zero
Stand A5-415

Zwischen Tuning und Tempo: Wenn Fahrspaß zum Risiko wird  

Chrom, Leistung, Leidenschaft: Auf der Tuning World dreht sich alles um das Auto als Ausdruck von Persönlichkeit. Für viele ist das Auto mehr als Fortbewegung; es steht für Action, Status und Fahrgefühl. Doch genau hier beginnt ein Spannungsfeld, das sich auch auf der Straße zeigt. Denn aktuelle Zahlen aus Baden-Württemberg machen deutlich, dass dort, wo Emotion und Geschwindigkeit zusammentreffen, oft auch das Risiko steigt. Besonders bei Alkohol, Geschwindigkeit und riskanten Fahrmanövern sind Männer überproportional beteiligt. Das wirft Fragen nach Risikoverhalten und gezielter Prävention auf.

Feiertage, lange Wochenenden, warme Abende. Für viele beginnt jetzt die Zeit, in der man unterwegs ist, Freunde trifft, rausgeht. Gleichzeitig zeigt sich auf den Straßen jedes Jahr das gleiche Muster: Mit der Stimmung steigt auch das Risiko. Mehr Verkehr, mehr Tempo, mehr Alkohol – und am Ende mehr schwere Unfälle.

Die Zahlen dahinter sind klar und unbequem zugleich. 68 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden werden von Männern verursacht. Besonders häufig geht es dabei um Geschwindigkeit sowie Alkohol und Drogen. Allerdings sind sie auch als Betroffene bei tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmenden mit rund 70 Prozent trauriger Erster. Das wirft eine Frage auf, die über die reine Statistik hinausgeht. 

Warum gehen gerade Männer im Straßenverkehr häufiger Risiken ein?

Expertinnen und Experten sehen einen Zusammenhang mit typischen Verhaltensmustern. Das Auto ist für viele mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Es steht für Kontrolle, für Status, manchmal auch für den Wunsch, sich zu beweisen. Schneller fahren, später bremsen, noch schnell überholen – Entscheidungen, die sich für einen Moment richtig anfühlen, sich dann aber als zu riskant herausstellen. Verkehrsminister Winfried Hermann sagt: „Es geht nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Aber wir müssen ehrlich über Risikoverhalten sprechen, vor allem das der Männer. Egal wann und wo: Jeder muss sich verantwortungsvoll im Straßenverkehr verhalten und auf andere achten.“

Hohe Unfallzahlen: Mehr als nur eine Frage der Kilometer

Ein häufiger Einwand lautet, dass Männer mehr fahren und deshalb auch häufiger in Unfälle verwickelt sind. Tatsächlich legen sie im Durchschnitt laut der aktuellen Studie „Mobilität in Deutschland“ mehr Kilometer pro Tag zurück als Frauen. Das Verhältnis liegt bei etwa 60 zu 40. Gleichzeitig spiegelt sich das nicht in den Unfallzahlen wider, die eher bei 70 zu 30 liegen. Auch der Anteil der Frauen mit Führerschein liegt mit rund 45 Prozent fast auf Augenhöhe. Entscheidend ist zudem die Schwere der Unfälle. Bei tausend Unfällen, die von Pkw-Fahrerinnen verursacht wurden, kommen im Schnitt sechs Menschen ums Leben. Bei tausend Unfällen, die von Pkw-Fahrern verursacht wurden, sind es dagegen zwölf. Dass Männer mehr Kilometer zurücklegen, ist also kein Grund für den immensen Unterschied in der Unfallstatistik. 

Die Mutter in der Vorbildrolle

Einen bewussten Impuls setzt hier die aktuelle Verkehrssicherheitskampagne „Team Vision Zero“ des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg. Mit zugespitzten Botschaften wie „Deine Mutter fährt besser als du“ oder „Deine Mutter kriegt jede Kurve“ soll ein Perspektivwechsel angestoßen werden. 

Hinter den Sprüchen steckt eine einfache Idee: Umsichtiges, vorausschauendes Fahren ist keine Schwäche, sondern Stärke. Frauen und insbesondere Mütter dienen dabei als Beispiel, weil sie statistisch seltener schwere Unfälle verursachen. Begleitet wird die Kampagne von landesweiten Maßnahmen: Ein auffällig gestalteter Kampagnen-Van tourt durch Baden-Württemberg, Brückenbanner und Social-Media-Formate sorgen zusätzlich für Aufmerksamkeit und regen zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten an.

Es geht nicht ums Geschlecht, es geht um Verhalten

Moderator Marvin Endres aus Stuttgart ist seit diesem Jahr Mitglied im Team Vision Zero. Er beschreibt es so: „Viele wollen cool sein, dazugehören oder Eindruck machen. Genau da kippt es oft. Umso wichtiger ist es, sich das eigene Verhalten immer wieder vor Augen zu führen.“ Gerade rund um Feiertage kommen mehrere Faktoren zusammen. Gruppendynamik, Alkohol und das Gefühl, „alles im Griff zu haben“. Viele riskante Situationen entstehen aus Leichtsinn, aus dem Moment heraus. Dabei ist die Alternative oft einfacher, als man glaubt: Vor dem Feiern klären, wer fährt, Tempo rausnehmen, das Handy weglegen. Kleine Entscheidungen, die am Ende große Wirkung haben.

Baden-Württemberg verfolgt mit dem Team Vision Zero ein klares Ziel: Null Schwerverletzte, null Tote im Straßenverkehr. Jeder vermiedene Unfall zählt. Gerade dann, wenn eine gute Feier sonst einen schlimmen Ausgang nimmt. Endres betont: „Hier geht es weniger ums Geschlecht, sondern ums eigene Verhalten. Wer fährt, übernimmt Verantwortung. Für sich selbst und für alle anderen auf der Straße!“

Das Team Vision Zero macht in Halle 5, Stand A5-415, auf das Thema aufmerksam. Aus einem gebrandeten Bus heraus gibt es Give-aways, die auch nach der Messe auf humorvolle Weise an die Botschaft und Verantwortung jedes Einzelnen erinnern soll. Zusätzlich lädt ein Boxautomat dazu ein, besser den Highscore zu brechen, als die Verkehrsregeln. 

 

Pressebilder:

[Deine Mutter_Auto_CMYKNEU] Ein Kampagnen-Van fährt über Baden-Württembergs Straßen und spricht alle Verkehrsteilnehmenden an 

[Endres_Bauer_Clubtour] Comedian Marvin Endres und Moderatorin Lisa Bauer unterstützen das Team Vision Zero 

[Endres_Bauer_Rueckseite_Tour] Marvin Endres und Lisa Bauer werben mit humorvoller Botschaft für mehr Verantwortungsbewusstsein im Straßenverkehr

Grafiken zu Vekehrsunfällen

 

 

 

Ein Kampagnen-Van fährt über Baden-Württembergs Straßen und spricht alle Verkehrsteilnehmenden an